Krausbuchen oder Süntelbuchen bei Fleringen
Die alte Krausbuche auf dem rechten Bild, fotografiert vor 1900, gibt  es schon lange nicht mehr, nur vermodertes Holz vom einstigen Stamm ist noch vorhanden. Aber keine Angst, diese seltene Art hat überlebt, drei Krausbuchen wachsen in der Nähe. Diese Bäume sind in unserer Gegend einzigartig und in dieser Form nur in der "Schönecker Schweiz" bei Fleringen zu finden. Der alte Baum wurde auch Gerichtsbaum genannt, da die Fleringer im Mittelalter dort Gericht abhielten. Auch war die Krausbuche ein beliebtes sonntägliches Ausflugziel und Tummelplatz der Jugendlichen.

Mittlere Krausbuche bei Fleringen 2006 Noch vor wenigen Jahrhunderten gab es im Süntel, im Weserbergland in Niedersachsen, einen großen Bestand dieser seltsam anmutenden Form der Rotbuche: Drehwuchs, Krüppelwuchs, Schlaufenbildung und die sogenannten Hexenbesen gaben den Süntelbuchen nicht nur ihr ungewöhnliches, für viele Menschen auch unheimliches Erscheinungsbild.
Sie brachten ihnen auch die entsprechenden Namen ein:
Krüppelbuche, Hexen- oder Teufelsholz, Schlangenbuche und noch viele andere. Wie die Namen schon zeigen, waren die Menschen damals wenig begeistert von der Schönheit oder der Skurrilität dieser Bäume. Selbst wenn sie diese nicht unheimlich und bedrohlich fanden, waren die Waldbesitzer keine Freunde des Holzes. Es ließ sich wegen des Zick-Zack-Wuchses nicht verwerten. Nicht einmal als Brennholz konnte es in Meterstücken gestapelt werden.
Große Krausbuche bei Fleringen 2006
Kleine Krausbuche bei Fleringen 2006 So schlug im Jahre 1843 die letzte Stunde des letzten noch verbliebenen Süntelbuchenwaldes auf der Westeregge und im Bleeksgrund bei Hülsede am Nordhang des Süntels.  Es gab kleinere Bestände im lothringischen Verzy (668 Exemplare sind dort im Jahre 1977 gezählt worden) und im Elsass bei Metz. Im Norden standen und stehen heute noch Süntelbuchen auf Seeland in Dänemark und im südschwedischen Schonen.

Nachdem der Mensch für die Verbreitung der Süntelbuche gesorgt hatte, brachte er sie vor 160 Jahren an den Rand der Ausrottung. Fagus sylvatica forma suentelensis war nun erst recht zu einer Rarität geworden. Glücklicherweise gab es schon in früheren Zeiten Menschen, die sich ohne Kosten-Nutzen-Rechnungen an den Schönheiten der Natur erfreuen konnten.

Einzelexemplare standen bereits in Forst- und Schlossgärten.Vom Aussterben bedroht ist diese Buchenart sicherlich nicht mehr. Mitglieder der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft habendie Süntelbuchen ausführlich beschrieben, haben Nachwuchs gezüchtet und gepflanzt. Die oft waagerecht wachsenden Äste der Krausbuchen können bei Bodenberührung eigene Wurzeln ausbilden, den Kontakt zum Stamm verlieren und so eigenständige Bäume werden ("Absenker"). Wenn oberflächlich wachsende Wurzeln austreiben, können neue Stämme entstehen ("Wurzelbrut"). In Deutschland stehen noch knapp 200 Süntelbuchen, die älter als 50 Jahre sind. Die Hälfte davon wächst im Kurpark von Bad Nenndorf. Die andere Hälfte besteht aus Einzelbäumen oder kleinen Gruppen, verteilt auf fast 50 Standorte.
Literatur zum Thema:
Beiträge zur Gehölzkunde 2007, ISBN: 3-928521-27-5,
Herausgeber: Gesellschaft Deutsches Aboretum e.V.
Verlag: Hausmann Verlag, D-30966 Hemmingen
S. 74-76, "Krausbuchen in der Schönecker Schweiz, Westeifel - ein Naturschutzgebiet im Landkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz". Autor: Gerhard Dönig.
Link zu Fotos in höherer Auflösung in schoenecken.com
Weiterer Link zum Thema:
http://www.suentelbuchen.de